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Trump trotzt Künstler-Absagen zum 250. Jahrestag der USA

Anlässlich des 250. Jahrestages der USA muss Donald Trump Absagen von Künstlern hinnehmen, doch er bleibt unbeeindruckt und behauptet, mehr Publikum zu ziehen als Elvis.

Maximilian Braun//3 Min. Lesezeit

Es war ein sonniger Nachmittag, an dem ich durch ein kleines, feines Café in meiner Nachbarschaft schlenderte. Während ich auf meinen Cappuccino wartete, fielen mir die Nachrichten auf dem Fernseher an der Wand auf: Trump, der mit einem dreisten Grinsen erklärte, dass er beim 250. Jahrestag der USA mehr Publikum anziehen würde als Elvis Presley. Diese Aussage alleine hätte genügt, dass ich mir die Frage stellte, wie solche Vergleiche überhaupt zustande kommen.

In der schnelllebigen Welt der Politik ist es nicht ungewöhnlich, dass Figuren wie Trump sich in den schillerndsten Farben inszenieren. Eine kleine Pressekonferenz, ein paar knackige Sätze, und schon sind sie wieder im Gespräch – oder sollten wir sagen, im „Trend“. Doch das, was ich hier sah, war nicht nur ein weiterer Versuch von Trump, Aufmerksamkeit zu erregen, sondern auch ein faszinierendes Beispiel dafür, wie er es versteht, das Narrativ um das amerikanische Feierevent einer historischen Nation zu seinem eigenen Vorteil umzupolen.

Die Absagen von Künstlern, die ursprünglich auftraten, sind natürlich nicht zu ignorieren. Immerhin sprechen wir hier von einer Vielzahl von Musikern und kreativen Talenten, die das 250-jährige Bestehen der USA mit ihrer Kunst begehen sollten. Und doch schildert Trump den Verlust dieser Künstler als etwas, das ihm eher nutzt – eine Art von „wir sind die wahren Rebellen“-Rhetorik, die das Volk anspricht, das sich nach einem starken Anführer sehnt.

Die traurige Wahrheit ist: Während Künstler sich mit Trump und seinen Ansichten nicht identifizieren können oder wollen, wird er dennoch nicht daran gehindert, sich als lebende Legende zu präsentieren, über dem alle anderen schattenhaft erscheinen. Man kann nur darüber schmunzeln, dass er Elvis als Vergleich heranzieht. Schließlich handelt es sich hier nicht um einen Popsänger, sondern um eine Ikone, die generationenübergreifend verehrt wird.

In Trumps Welt sind solche Vergleiche ein Spiel, das man nur spielen kann, wenn man über genügend Selbstbewusstsein verfügt. Und ja, vielleicht liegt dieser Drang, sich mit der größten Sensation der amerikanischen Musikgeschichte zu messen, auch in der Tatsache begründet, dass er diese Epoche selbst nur aus den Erzählungen seiner Jugend kennt. Wie ironisch, dass der Mann, der alles vom Fernseher gelernt hat und seine Karriere darauf aufbaut, in der Öffentlichkeit so wenig Takt für die Kunst zeigt.

Ich musste unwillkürlich an den letzten großen Liveauftritt von Elvis denken. Die Menge vor der Bühne war übersät mit Menschen, die gemeinsam sangen und tanzten, während die Musik die Luft erfüllte. Ein solches Gemeinschaftsgefühl kann Trump nicht bieten. Mit ihm geht es mehr um das Showbusiness als um echte Beziehung und Emotion. Er wird die Massen anziehen, das steht außer Zweifel, doch die Frage bleibt, wie tief die Verbindungen sind, die er mit den Menschen eingeht.

In einer Welt, die zunehmend polarisiert ist, zeigt sich die Kluft zwischen denjenigen, die Kunst und Kultur schätzen, und jenen, die sich von der Sensation und dem Spektakel angezogen fühlen, immer deutlicher. Trumps Trotzigkeit mag ein Zeichen für seine Entschlossenheit sein, doch es ist auch ein Spiegelbild derjenigen, die ihm folgen, während die Künstler sich abwenden.

Wenn ich nach meinem Cappuccino fragte, kam ich aus meinen Gedanken zurück. Der Barista hatte haarscharf mitbekommen, dass ich über Trump nachdachte und murmelte etwas über seine Vorliebe für den Twitter-Ruhm. Ich grinste zurück und dachte an all die Möglichkeiten, die wir haben, um unsere Stimmen für echte Kunst zu erheben. Die Welt mag sich um den ehemaligen Präsidenten drehen, doch das Wesen von Musik und Kunst bleibt tief verwurzelt in der Sehnsucht nach etwas Echtem.

Und während mein Cappuccino auf dem Tisch dampfte, wurde mir bewusst, dass wir alle in diesem großen Schauspiel gefangen sind – ob im Rahmen von Trumps inszenierten Auftritten oder den leidenschaftlichen Darbietungen von Künstlern aus aller Welt. Es bleibt abzuwarten, wer letztendlich die stärkere Verbindung zu den Menschen hat und ob es tatsächlich mehr als nur Worte braucht, um die Massen zu erreichen.

Die Ironie ist, dass seine Behauptungen vielleicht mehr über ihn selbst verraten als über die Kunst, die er abzulehnen versucht. Am Ende des Tages wird der Kaffeekonsum jedoch weiterhin schneller abkühlen als die leidenschaftliche Diskussion um den 250. Jahrestag der USA und die Menschen, die ihn gestalten sollten oder nicht.